Jean Giono : Vom wahren Reichtum
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Es ist nicht ein Überfluß an Nahrung, es ist ein Überfluß an unnützen Dingen. Natürlich wissen sie, daß man Automobile, Flugzeuge, Telephone und Radios nicht essen kann; doch sie glaubten, dies sei alles Nahrung für die Freude. Es war ein Glaube, den die Zivilisation selbst geschaffen hatte, um an Ausmaß zu gewinnen. Sie begreifen jetzt, daß der einzig nützliche Überfluß der Überfluß an Nahrung ist, und daß alles andere gleichgültig ist, daß man sehr gut ebenso leben kann wie die kleine graue Birke,
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Man hat dir wohl gesagt, daß man im Leben Erfolg haben müsse; ich sage dir: man muß leben! Das ist der größte Erfolg auf dieser Welt. Man hat dir gesagt, du wirst mit deinem Wissen Geld verdienen. Ich sage dir: mit deinem Wissen wirst du Freude gewinnen; das ist viel besser. Die Welt stürzt sich auf das Geld. In dem Haufen der Kämpfenden ist kein Platz mehr. Von Zeit zu Zeit verläßt einer das Handgemenge, bleich, stolpernd und schon mit Leichengeruch behaftet; sein Blick gleicht dem kalten Licht des Mondes, die Hände sind voller Gold, doch er hat nicht mehr die Kraft noch die Fähigkeit zu leben, und das Leben stößt ihn von sich. Auf der Seite der Freude ist niemand gehetzt. Sie sind frei in der Welt, allein tanzen sie ihren Feenreigen auf der weiten Waldlichtung, zwischen Goldwurz und duftenden Kräutern.
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Du mußt die Gesellschaft, die sich auf dem Geld aufbaut, zerstören, ehe du glücklich sein kannst. Besitz gereicht dem Menschen wohl zu Ehre, wenn das, was er besitzt, der Mühe wert ist. Das, was man dir bietet, ist nicht der Mühe wert. Du spürst wohl, daß unsere Zeit unsicher und wankend ist; zu viele Menschen sind ihrer natürlichen Freuden beraubt. Alle. Denn der Reichste hat sich nicht bereichert; er bleibt stets ein armer Mann. Ich sage dir nicht, daß du dich für kommende Generationen opfern sollst - das sind Redensarten, mit denen man die gegenwärtige Generation täuscht - ,ich sage dir: begründe dein eigenes Glück! Lebe naturgemäß, und da man das in der modernen Gesellschaft als Irrsinn betrachtet, so begründe du die Gesellschaft, die das richtig findet.
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