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1. August 2010  
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Giuseppe Berto : Der Himmel ist rot (Bombadierung einer italienischen Stadt im 2. Weltkrieg durch Amerika)

Aber die am Himmel denken nicht daran. Sie wissen nichts von den Menschen, die zu töten sie sich anschicken. Sie wissen nicht, wie sie reden und wie sie leben, mit welchen Hoffnungen und in welchem Jammer. Sie haben nie auch nur einen dieser hunderttausend Menschen gesehen.Es sind Menschen, deren Sprache uralte Anmut atmet, Menschen, die nach einem behaglichen, ruhigen Leben trachten, die weder in Haß noch Liebe mehr sonderlich viel zu tun vermögen. Für den Augenblick begnügen sie sich damit, nur zu leben, lebend bis zum Ende des Krieges zu kommen, denn danach wird man besser leben. Und viele setzen ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft gerade auf sie, die da oben schon die Hand am Hebel haben.Und die Menschen am Himmel wissen davon nichts, oder sie denken nicht daran. Auch sie malen sich ihr Leben, wenn sie es sich vorstellen, behaglich und ruhig aus, ein schönes Haus und eine gute Arbeit und Menschen um sich, mit denen sie in Frieden leben. Und doch hat sie ein die ganze Welt umfassendes Übel dahin gebracht, fremde Menschen, die ihnen selbst so ähnlich sind, zu töten. Ein großes Übel, um dessentwillen sie Schrecken und Tod und Zerstörung bringen, ohne daran zu denken, in dem Bewußtsein, eine Plicht zu erfüllen.Ihre Hände brauchen nur zu greifen, um die Hebel zu bewegen.Dann öffnen sich die Bombenschächte unter dem Rumpf, und die Bomben gleiten in die Luft. Sie selbst können das Pfeifen der fallenden Bomben nicht hören.[...]